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Buch-Rezension: 77 Irrtümer des Networkings…erfolgreich vermeiden

Die letzte Buch-Rezension liegt schon wieder einige Monate zurück. Der FinanzBuch Verlag der Financial Times Deutschland hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar des neuen Buches von Thorsten Hahn „77 Irrtümer des Networkings… erfolgreich vermeiden“ zur Verfügung gestellt.

77 Irrtümer des NetworkingsNoch ein Buch über Networking?
Mit Büchern über das Networking Off- und Online kann man bequem mehrere Regalmeter im Bücherregal füllen. Vielleicht sind es auch einige Kilometer… Selbstkritisch stellt Thorsten Hahn direkt auf den ersten Seiten stellvertretend für die Leser die Frage: „Noch ein Buch über Networking?“. Die Antwort darauf gibt er mit einem „Ja“ auch direkt selbst. 220 Seiten und 77 Irrtümer später würde ich diese Antwort ebenfalls unterschreiben.

Mr. XING
Thorsten Hahn ist nicht nur selbst begeisterter Netzwerker, er hat mit dem Bankingclub auch ein eigenes und vor allem erfolgreiches Netzwerk-Unternehmen gegründet. Seine rund 30.000 Kontakte auf der Businessplattform XING haben ihm auch schon den Titel „Mr. XING“ eingebracht. Angesichts dieser fast unglaublichen Zahl an Kontakten habe ich mir persönlich mehr als einmal die Frage gestellt, ob es auch ein zu viel an Kontakten und Networking geben kann. Ich denke ja, dass dies aber nicht unbedingt so sein muss, beweist Thorsten Hahn sozusagen als lebender Gegenbeweis.

Diese Expertise qualifiziert den Autor ohne Frage für ein Buch über Networking. 77 mehr oder weniger populäre Aussagen zum Thema Networking werden durch Thorsten Hahn als Irrtümer beschrieben und diesem Zug auch gleich gezeigt, wie es richtig geht. Ein Beispiel: Irrtum Nr. 64  „Man sollte sich von Kontakten trennen, die man nicht braucht“. Klingt auf den ersten Blick logisch, bei näherer Betrachtung und der Lektüre der Ausführungen von Thorsten Hahn wird schnell klar, dass ich heute noch gar nicht beurteilen kann, ob der Kontakt vielleicht in naher Zukunft doch relevant für mich werden kann. Oder wie es Kent Gaertner vom FinanzBuch Verlag sehr treffend formuliert:

Man sollte sich überlegen, ob man einem Kind auf dem Spielplatz die Schaufel klaut. Wer weiß, was sich für eine Geschäftsbeziehung in 30 Jahren ergeben könnte.

Auch für Community Manager
Dabei beschränkt sich das Buch aber nicht nur auf klassische Networking-Themen, sondern streift an der ein oder anderen Stelle auch spezielle Aspekte von Online-Netzwerken und sogar Community Management. Auch wenn nicht explizit Community Management auf dem Klappentext steht, lohnt sich die Lektüre definitiv auch für Community Manager. Die ein oder andere Eigenheit der Mitglieder in einer Community wird so greif- und nachvollziehbarer.

Fehlerteufel…
Was mir persönlich negativ aufgefallen ist: Das Buch enthält doch einige Tipp- und Rechtschreibfehler, die zu viel des Guten sind. Keine Frage, wer selbst schon längere Texte verfasst hat, kann ein Lied davon singen, dass es keine wirklich fehlerfreien Texte gibt. Aber bei einem Buch in dieser Preisklasse von einem renommierten Verlag sollte so etwas nicht passieren, zumindest wenn der Lektor seinen Job versteht. Da darf bei einer evtl. zweiten Auflage gerne nachgebessert werden.

Fazit
Thorsten Hahn gibt in die „77 Irrtümer des Networkings…erfolgreich vermeiden“ einen interessanten und umfassenden Einblick in die Freuden und Tücken des Networkings. Garniert mit zahlreichen eigenen Erfahrungen und Annekdoten, abgerundet mit Kurzinterviews von erfolgreichen Networkern wie Dr. Stefan Groß-Selbeck (XING) oder Sven Jan Arndt (fotocommunity).

Lohnt sich der Kauf des knapp 35,- Euro teuren Fachbuchs? In meinen Augen Ja. Gleichermaßen für langjährige Networker wie für Einsteiger. Und wie gesagt: definitiv auch für Betreiber von Community-Projekten respektive Community Manager.

Details zum Buch

  • Verlag: FinanzBuch Verlag
  • Erscheinungsdatum: 17. August 2009
  • ISBN-10: 3898794601
  • ISBN-13: 978-3898794602
  • Amazon-Link

Selbst Autor oder Verleger?
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Buch-Rezension: Geld 2.0 – Geld verdienen im Web 2.0

Die Autoren von Geld 2.0 – Geld verdienen im Web 2.0, Vladimir Simovic und Christopher Meil, haben mir freundlicherweise ein Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt.

Viele Web 2.0 Projekte schreiben noch rote Zahlen, nur wenige Community-Projekte haben es bisher geschafft, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Um so gespannter bin ich natürlich, wenn sich Autoren dieses Themas annehmen. Um eines vorwegzunehmen: Geld 2.0 ist keine theoretische Abhandlung über die Monetarisierung von größeren Community-Projekten, sondern eher ein praxisorientierter Ratgeber für Blogger und Betreiber von kleineren Community-Projekten. Level nach eigenem Anspruch: Anfänger bis Fortgeschrittene. Ergänzt wird das Buch Web 2.0-gemäß mit einer Website zum Buch, die (künftig) Austausch ermöglichen und Aktualisierungen zur Verfügung stellen soll.

Schritt für Schritt-Anleitungen
Nach einer allgemeinen Einführung zum Thema Geld verdienen im Internet und was es dabei zu beachten gibt, sind die nachfolgenden Kapitel sehr praxisorientiert. Für meinen Geschmack etwas zu sehr: die Autoren geben detailierte Anleitungen, wie man sich unter anderem bei Google Adsense, Amazon und Share-IT anmeldet und schilden die ersten Schritte bis hin zur Einbindung des HTML-Codes. Neben der ausführlichen Vorstellung der größeren Programme gibt es noch einen bunten, aber nicht uninteressanten, Rundumschlag über die verschiedenen Verdienstmöglichkeiten rund um Blogs und Co. Angereichert werden die Anbieter-Vorstellungen mit Verdienstmöglichkeiten aus der Praxis, die primär auf der 2007er Einkommen-Studie von A-Blogger Robert Basic und auf eigenen Erfahrungen der Autoren basieren. Zeitweise musste ich bei Tipps wie „Höherer Traffic kann die Umsätze steigern“ allerdings schon ein großes Fragezeichen neben den Sinngehalt machen. 😉

Theorie und Stimmen aus der Praxis
Für alle, die sich zumindest schon rudimentär mit dem Thema Geld verdienen im Web 2.0 auseinandergesetzt haben, wird es im zweiten Teil des Buches interessant. Dort geht es um die Selbstvermarktung von Web-Projekten, konkret um das Finden von Werbekunden, Sponsoren und Spendern. Das Kapitel liefert einen wirklich guten Überblick und sorgt auch bei Fortgeschrittenen für den ein oder anderen Aha-Effekt. Im Anschluss gibt es eine Reihe von Interviews mit bekannten und weniger bekannten Personen aus dem Web 2.0-Umfeld, die allesamt eigene Projekte betreiben und aus dem Nähkästchen plaudern. Mit dabei unter anderem Andreas Armbruster (teliad), Annik Rubens (Schlaflos in München) und Robert Basic (basicthinking). Wer also schon immer mal wissen wollte, was Robert mit seinem Blog aktuell einnimmt, dem sei dieses Praxis-Kapitel wärmstens empfohlen. Im letzten Abschnitt geben die Autoren nochmal einen Überblick darüber, wie man am besten mit dem Geld verdienen auf dem eigenen Projekt startet und wie sich die Verdienstchancen optimieren lassen. Kurzweilig und auch für Einsteiger in die Verkaufspsychlogie verständlich geschildert.

Fazit
Geld 2.0 – Geld verdienen im Web 2.0 ist in erster Linie ein Praxisratgeber für Blogger und Betreiber kleinerer Online-Communities. Wer sich mit Adsense und Co. schon näher befasst hat, kann die ersten Abschnitte guten Gewissens querlesen und erst im zweiten Teil des Buches einsteigen. Wirkliche Einsteiger finden im ersten Abschnitt Schritt für Schritt-Anleitungen für die größten Affiliate- /Werbe-Programme. Der zweite Abschnitt ist aber auch für Fortgeschrittene durchaus interessant. Die Autoren geben einen guten Überblick über die Thematik „Geld verdienen“, abgerundet mit Stimmen aus der Praxis. In wie weit sich allerdings die ebenfalls als Zielgruppe genannten Marketing- und Werbeleiter sowie Verkaufs- und Vertriebsverantwortliche in dem Buch wiederfinden sollen, erschließt sich mir persönlich nicht. Auch hier ist weniger wohl manchmal mehr. 😉

Details zum Buch

  • Verlag: Mitp-Verlag
  • Erscheinungsdatum: Juni 2008
  • ISBN-10: 3826659198
  • ISBN-13: 978-3826659195
  • Amazon-Link

Selbst Autor oder Verleger?
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Buch-Rezension: Erfolgswirksamkeit von Virtual Communities zur Kundengewinnung und -bindung

Der Autor von Erfolgswirksamkeit von Virtual Communities zur Kundengewinnung und -bindung, Stephan Jackowski, hat mir freundlicherweise ein Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt.

Grundlagen und Untersuchungsrahmen
Gegenstand des Buches ist die Untersuchung, ob und in wie weit sich Online-Communities auf die Kundenbindung bzw. Kundengewinnung am Beispiel der Automobilindustrie auswirken. Neben grundlegenden Informationen über die Funktionsweise von Sozialen Netzwerken beschäftigt sich der Autor mit der Aufstellung und Untersuchung von insgesamt vier Thesen zur Erfolgswirksamkeit von Online-Communities im Automobilumfeld, die anhand einer Nutzerbefragung im Rahmen einer Auto-Community bekräftigt oder widerlegt werden sollen.

Positiv aufgefallen ist mir persönlich die solide Grundlage, die der Autor in den ersten Kapiteln zum Thema Virtual Communities legt; durchaus auch interessant und nachvollziehbar für Einsteiger zum Thema Community-Building bzw. Community-Management. Erwartungsgemäß und für den wissenschaftlichen Anspruch des Buches natürlich auch sinnvoll, liegt der weitere Fokus auf der Thesenbildung und Theorie zur Konzeption einer Online-Befragung. Dieser Teil kann auch fachfremden Personen einen ersten Leitfaden für die Konzeption von Befragungen im Rahmen der eigenen Community an die Hand geben.

Primärer Nutzen: Kundenbindung
Das eigentliche Untersuchungsergebnis empfiehlt Automobilherstellern das Engagement im Rahmen von Online-Communities, wobei der Nutzen allerdings eher in der Kundenbindung und nicht primär in der Gewinnung von Neukunden gesehen wird. Auch wenn der Autor methodisch sauber gearbeitet hat, finde ich die absolute Zahl der ausgewerteten Fragebögen mit 30 allerdings deutlich zu niedrig, um daraus eine allgemeingültige These abzuleiten.

Das Buch als solches ist nicht mehr brandaktuell, die neuesten Quellen stammen aus dem Jahr 2003, durch den aktuellen Trend (1, 2) im Bereich Auto-Communities ensteht allerdings wieder ein durchaus interessanter und aktueller Bezug.

Fazit
Empfehlenswert für Alle, die ein Interesse an grundlegenden Informationen rund um das Thema Online-Communities und vor allem ein primär wissenschaftliches Interesse an der Konzeption und Durchführung von Online-Befragungen haben. Und natürlich für alle Vertreter der Automobilindustrie. 😉 Als reines Grundlagenwerk ist das Buch weniger gedacht und geeignet, der wissenschaftliche Anspruch steht klar im Vordergrund, was sich letztendlich auch im Preis von knapp 50,- Euro widerspiegelt.

Details zum Buch

  • Verlag: VDM Verlag Dr. Müller
  • Erscheinungsdatum: Januar 2008
  • ISBN-10: 3836453436
  • ISBN-13: 978-3836453431
  • Amazon-Link

Selbst Autor oder Verleger?
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Buch-Rezension: Online-Communitys im Web 2.0

Die Autoren von Online-Communitys im Web 2.0: So funktionieren im Mitmachnetz Aufbau, Betrieb und Vermarktung, Miriam Godau und Marco Ripanti, haben mir freundlicherweise ein Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt.

Als erstes ist mir die vermeintlich falsche Schreibweise des Plurals Communitys aufgefallen, aus dem Englischen bin ich Communities gewohnt. Nach etwas Recherche musste ich mich hier allerdings eines besseren belehren lassen, siehe dazu auch den Kommentar zum Blogeintrag unter community2null.de. Vollständige Einigkeit scheint es aber auch bei den Autoren darüber nicht zu geben, bei der Amazon-Produktvorstellung lese ich zumindest wieder Online-Communities… 😉

Doch jetzt zum eigentlichen Inhalt: Die Autoren verstehen ihr Buch als Mitmach-Buch, d.h. es soll nicht um graue Theorie alleine gehen, sondern sozusagen eine Art Leitfaden/Anleitung zum Aufbau einer Web 2.0 Community darstellen. Aus diesem Grund ist das Buch auch mit zahlreichen Stimmen aus der Praxis aufgelockert, d.h. Interviews mit bekannten (und weniger bekannten) Köpfen aus dem Web 2.0-Umfeld, die sich passend zum jeweiligen Themenabschnitt äußern. Grundsätzlich eine sehr interessante Idee, die auch zu großen Teilen sehr gut umgesetzt ist. Im ersten Fünftel des Buches fehlte mir allerdings ein wenig die Struktur zwischen eigenen Inhalten und den Interviews, das Ganze wirkt dadurch etwas sehr zusammengestückelt. Im weiteren Verlauf des Buches ergänzen sich die fachlich fundierten Inhalte der Autoren und die Interviews dann allerdings sehr gut!

Für ein Fachbuch hätte ich mir persönlich noch gewünscht, dass die aufgestellten Annahmen, soweit möglich, direkt mit den Quellenangaben unterfüttert werden. Früher gab es dafür mal so etwas wie Fußnoten… 🙂 Das Literatur- und Quellenverzeichnis als solches ist aber sehr umfangreich.

Wie schnelllebig das Web 2.0 ist, zeigt das Buch auch, allerdings wohl eher unfreiwillig: An zahlreichen Stellen dient die Community Happy Papa als positives Beispiel aus der Praxis. Obwohl das Buch erst vor einem Monat erschienen ist, scheint Happy Papa schon das zeitliche gesegnet zu haben. Etwas Werbung in eigener Sache kann den Autoren keiner verdenken, sicher wäre ein beständigeres Praxisbeispiel aber angebracht gewesen…

Fazit: Für gänzliche Neueinsteiger zum Thema Web 2.0/Online-Communities setzt das Buch etwas zu viel Wissen voraus. Wer sich bereits grundsätzlich mit dem Thema Web 2.0 beschäftigt hat und sich konkreter mit dem Aufbau einer Online-Community befassen möchte, ist mit dem Buch „Online-Communitys im Web 2.0“ sicher gut beraten, der Kaufpreis von 34,90 Euro ist ebenfalls angemessen. Gerade die zahlreichen und (jetzt noch) aktuellen Beispiele aus der Praxis habe ich bisher in dieser Form noch in keinem Buch gefunden.

Buch-Bestellung bei Amazon:
Online-Communities im Web 2.0: So funktionieren im Mitmachnetz Aufbau, Betrieb und Vermarktung