Umzüge sind in der Regel eher Last statt Lust: neue Wohnung mieten, Umzugsunternehmen suchen, Kisten packen, Adressen ändern, Strom + Telefon ummelden, … .

In den letzten Wochen konnte ich quasi im „Selbstversuch“ testen, wie ein Umzug im Zeitalter des Web 2.0 funktioniert. Und tatsächlich haben die Anbieter rund um den Umzug kreative und sinnvolle Lösungen geschaffen, um dem Wohnungswechsler das Leben leichter zu machen:

Die Wohnungssuche, zumindest was die Vorauswahl betrifft, läuft fast komplett über das Internet. Immobilienportale a la Immobilienscout24 bieten ein riesiges Angebot mit umfangreichen Suchfunktionen und natürlich Bildern der neuen Traumwohnung. Zeitung ade, nahezu alle Angebote landen auch im Internet. Und im Web 2.0 Trend: Die Nachbarschaft online kennenlernen.

Ist die Wohnung gefunden, steht die Suche nach einem Umzugsunternehmen an. Das Einholen von Angeboten war früher meist mit Vorab-Besichtigungsterminen verbunden, was die Anbieterauswahl direkt auf die Region beschränkt hat. Umzugsauktion.de hat die Anbieterauswahl komplett ins Internet verlagert: Aufstellung des Umzugsgutes erfolgt per Web-Oberfläche, die Berechnung der benötigten Umzugskartons erfolgt ebenfalls online. Im Anschluss können Unternehmen auf den Umzug bieten, nach Ende der Auktion erfolgt die Übermittlung der Kontaktdaten inkl. Bewertung der bisherigen Umzüge. Besichtigungstermine waren gestern.

Wechsel des Stromanbieters, Umzug von Telefon und Internetanschluss und auch der Nachsendeauftrag via Deutsche Post lassen sich ebenfalls komplett online erledigen. Und die Deutsche Post liefert neben dem klassischen Nachsendeauftrag direkt noch Tipps zum Thema renovieren, Finanzierung des Umzugs und Wechsel des Stromanbieters. Crossselling par excellence.

Die Wirtschaft hat die Hausaufgaben also gemacht. Und die Behörden? Anmeldung und Änderung des Personalausweises? Alles kein Problem, zumindest wenn man den Ankündigen vor der Jahrtausendwende Glauben schenken darf. In der Realität findet man PDF-Dokumente auf den Internetportalen des Rathauses, die ausgedruckt und per Hand zum persönlichen Termin mitgebracht werden können. Das seit langem angekündigte virtuelle Rathaus ist immer noch Wunschdenken, dabei haben Länder wie Estland oder Lettland längst vorgemacht, wie E-Government funktionieren kann.

Bei über 3,5 Millionen Umzügen pro Jahr eigentlich ein schönes Thema für eine Online-Community. Allerdings wäre eine besondere Form des Community-Management zur Nutzerbindung gefragt, da zwischen den einzelnen Besuchen wohl einige Jahre liegen dürften… 🙂